Die Einführung eines einheitlichen Stammdaten-Repositorys ist für ein Unternehmen keineswegs eine triviale Angelegenheit, sondern bringt erhebliche technische und organisatorische Herausforderungen mit sich.
Zu den häufigsten davon gehören:
- Die Schwierigkeit, ein einheitliches Modellfür Geschäftsdaten zu definieren; Modelle hängen naturgemäß davon ab, wie die jeweilige Abteilung die betreffenden Daten nutzt
- Der Zeitaufwand für die korrekte Zuordnung der Datenund die Definition des zentralen Modells mit seinen Attributen und seiner Struktur
- Die Überwachung erfordert ein MDM, das durch eine angemessene Datenverwaltung gewährleistet wird, was ebenfalls Zeit und Aufwand erfordert
- Die erheblichen Auswirkungen von MDM auf die interne Organisation, die ihre Datennutzung überdenken muss.
Da sich Organisationen so stark voneinander unterscheiden, nimmt auchdas MDM (Master Data Management)unterschiedliche Formen an, und es gibt eine Reihe von Modellen. Diese ermöglichen es, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen, lokalen Standorten erhebliche Autonomie zu gewähren oder umgekehrt geschäftskritische Daten zu zentralisieren – je nach ihrer Architektur.
Die mit der MDM-Integration verbundenen Veränderungen können somit im Einklang mit den Arbeitsabläufen der Teams sowie unter Berücksichtigung der für die verschiedenen Branchen spezifischen technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen erfolgen.
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Das Herzstück jeder MDM-Architekturist der Daten-Hub, der Daten bündelt und die Abfrage des zentralen Stammdaten-Repositorys erleichtert. Es gibt vier wesentliche MDM-Hub-Modelle:
Der Datenhub für das Register
Dieses relativ einfach zu implementierende Modell ermöglicht es, dass die Daten Eigentum der Quellsysteme bleiben. Der Hub übernimmt die Entfernung von Duplikaten und die Datenbereinigung; diese Änderungen werden anschließend innerhalb des Hubs abgeglichen, um eine einheitliche Datenquelle zu schaffen. Durch den ständigen Abgleich der Quellen lassen sich bereinigte Daten gewinnen, die anhand eindeutiger Schlüssel indiziert werden. Diese Daten werden nicht an die Quellsysteme zurückgesendet und stehen im schreibgeschützten Modus zur Verfügung.
Die Vorteile des Registrierungsmodells
- Aus mehreren Quellsystemen lässt sich problemlos ein einziges Modell erstellen.
- Dadurch wird jegliches Risiko einer Datenlöschung aus den Quellsystemen ausgeschlossen, was wiederum jegliche Compliance- oder regulatorischen Probleme verhindert.
- Es handelt sich um ein unaufdringliches Modell, das sich schnell umsetzen lässt.
Die Nachteile des Registrierungsmodells
- Es entsteht kein einheitlicher Datensatz
- Es handelt sich um ein recht ineffizientes Modell, wenn es um große Datenmengen geht.
Der Datenhub für die Konsolidierung
Bei diesem MDM-Hub-Modell werden Daten aus Quellsystemen kopiert und anschließend im Hub zu einem „Golden Record“ konsolidiert. Von dort aus können siean Anwendungen weitergeleitet oder direkt von Fachabteilungen genutztwerden.
Die „Golden Record“-Lösung ermöglicht die Nutzung zuverlässiger Stammdaten, was die Berichterstellung erheblich vereinfacht. Im Gegensatz zum Registrierungsmodell sendet das Konsolidierungsmodell Daten an die Quellsysteme zurück, um die dort verfügbaren Daten anzureichern und zu aktualisieren. Anwendungen und Prozesse sind somit offen für eine kontinuierliche Verbesserung ihrer Daten.
Die Vorteile des Konsolidierungsmodells
- Innerhalb des Hubs findet eine echte Datenkonsolidierung statt, wodurch der Aufbau eines umfassenden Stammdaten-Repositorys ermöglicht wird
- Die Lösung ist sowohl kostengünstig als auch zuverlässig für alle Arten der Berichterstellung und Analyse.
- Es ist weniger von Quellsystemen abhängig als das Registrierungsmodell, da die Daten im Hub zentralisiert sind.
Die Nachteile des Konsolidierungsmodells
- Die mitunter langen Zeiträume zwischen den Konsolidierungen können dazu führen, dass die im Hub gespeicherten Daten veraltet sind
Der Datenhub für Koexistenz
Als direkte Weiterentwicklung des Vorgängermodells ermöglicht das Koexistenzmodell ebenfalls die Erstellung eines „Golden Record“ durch Konsolidierung, woraufhin die bereinigten Daten an Anwendungen weitergeleitet und dort integriert werden.
Zwar behalten die Quellsysteme die Kontrolle über ihre Daten, doch die ständige Aktualisierung zwingt die Fachabteilungen in der Regel dazu, ihre Vorgehensweisen anzupassen. Diese Art von Datenhub, die häufig als Übergangsarchitektur beim Wechsel von einem registrierungsbasierten MDM-Hub zu einem zentralisierten Modell eingesetzt wird, sorgt für mehr einheitliche Daten über die gesamte Anwendungslandschaft hinweg.
Die Vorteile des Koexistenzmodells
- Diese Architektur gewährleistet, dass sowohl im Hub als auch in den Quellsystemen zuverlässigere und eindeutige Daten vorliegen.
- Sie ermöglichen einen schnelleren Zugriff auf Daten, verbessern die Prozessleistung und vereinfachen die Berichterstellung: Wenn Attribute genau definiert sind, stehen sie in Berichten sofort zur Verfügung.
Die Nachteile des Koexistenzmodells
- Dieses Modell greift stärker in die Privatsphäre ein als die bisherigen Ansätze.
- Die Integration bringt weitere technische und finanzielle Einschränkungen mit sich, da Datenmodelle gut durchdacht und ihre Struktur absolut klar sein müssen, bevor sie von MDM genutzt werden können.
Der transaktionsorientierte oder zentralisierte Datenhub
Bei diesem Modell unterliegen die Stammdaten dem MDM-Hub. Der Hub fungiert somit als Datenlieferant und als einheitliche Referenz für alle Quellsysteme. Da er in der Lage ist, Daten kontinuierlich anzureichern, zu deduplizieren und miteinander zu verknüpfen, erstellt er aktuelle Datenbestände und leitet diese anschließend an die Systeme weiter.
Die Vorteile des zentralisierten Modells
- Wirklich einzigartigeStammdaten, auf die man sich jederzeit verlassen kann
- Es gewährleistet die Sicherheit und die Einhaltung der Vorschriften bei der Datenverarbeitung
- Systeme und Prozesse profitieren von einer direkten Datenanreicherung
Die Nachteile des zentralisierten Modells
- Dieser Ansatz greift stark in bestehende Prozesse ein, die infolgedessen neu gestaltet werden müssen.
- Die Integration ist komplizierter, kostspieliger und dauert länger.
Die MDM-Kompetenz von SoftProject
Angesichts der Komplexität bei der Auswahl eines geeigneten Datenhubs bietet SoftProject eine Reihe aufeinander abgestimmter Lösungen an, die die Umgestaltung Ihrer Architektur erleichtern und Ihre Datenstrategie entsprechend Ihren individuellen Gegebenheiten unterstützen. Eine Kombination aus effektivem Datenverkehrsmanagement mithilfe eines Anwendungsbusses (ESB), intelligenter Prozessmodellierung (BPM) und einem MDM, das Daten vereinheitlicht, bietet eine umfassende und kohärente Lösung für geschäftliche Anforderungen.
Dank der Fachkompetenz von SoftProject und unserem ganzheitlichen Ansatz in Bezug auf alle Aspekte der Daten können Sie Ihren Datenverkehr, Ihre Prozesse und Ihre Stammdaten modellieren, umsetzen und anschließend überwachen – ganz ohne technische Einschränkungen.
Edouard Cante ist als Chief Product Officer für die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung des Produktportfolios von SoftProject verantwortlich. Mit seinem fundierten Marktverständnis und seiner hohen Innovationskraft treibt er kundenorientierte Lösungen voran und sichert die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.