Digitalisierung von Geschäftsprozessen in Versicherungsunternehmen

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Maik Müller, Vertriebsleiter für Versicherungslösungen bei der SoftProject GmbH, spricht über die Chancen und Risiken der Digitalisierung, Low-Code-Plattformen, die den Weg für künstliche Intelligenz ebnen, und darüber, warum eine umfassende Digitalisierung nicht nur für die deutsche Bundesregierung wünschenswert ist.

Gescheiterte Digitalisierungsprojekte, verschwendetes Geld und frustrierte Mitarbeiter – für manche Unternehmen scheint die digitale Transformation eher ein Fluch als ein Segen zu sein. Wie sehen Sie das als Vertreter der Branche?

Die Gründe dafür sind vielfältig. Ständig neue digitale Innovationen erhöhen den Wettbewerbsdruck. Versicherungsunternehmen müssen Schritt halten, agiler werden und ihre Prozesse beschleunigen und automatisieren. Im Bestreben, Zeit und Geld zu sparen, vernachlässigen sie dabei oft wesentliche Faktoren, wie beispielsweise einwandfrei funktionierende Schnittstellen zwischen bestehenden IT-Systemen und den zu integrierenden Digitalisierungskomponenten. Dies ist ein fataler Fehler, der zu Medienbrüchen führt und das gesamte Projekt zum Scheitern bringt, denn ein reibungsloser Datenfluss ist die grundlegende Voraussetzung für automatisierte Geschäftsprozesse. Ebenso wichtig für ein erfolgreiches Digitalisierungsprojekt ist neben dem Know-how über die zu integrierenden Systeme auch die Kenntnis der betrieblichen Anforderungen an die Software – also nicht nur technische Aspekte, sondern auch betriebswirtschaftliches Fachwissen.

Ein reibungsloser Datenfluss ist die Grundvoraussetzung für automatisierte Geschäftsprozesse.

Maik Müller, Vertriebsleiter für Versicherungslösungen, SoftProject GmbH

Entscheidungsträger in Unternehmen sind sich oft unsicher, welche Geschäftsbereiche sich für eine Automatisierung eignen und wo sie mit der Digitalisierung beginnen sollen. Haben Sie dazu einen Rat?

Es beginnt immer mit einer Bestandsaufnahme. Anschließend erstellen wir eine Bewertung und schlagen konkrete Maßnahmen vor, wie und wo ein Unternehmen seine Geschäftsprozesse beschleunigen, die Arbeitsqualität verbessern und Kosten einsparen kann. In einigen Fällen kann dies die Einführung einer vollautomatisierten Schadenmeldung und -bearbeitung beinhalten; in anderen Fällen kann es die Automatisierung von Kostenvoranschlägen, Preisgestaltung, Berechnungen und Gutachten oder die Bereitstellung von Webdiensten und Bestellformularen bedeuten. Jedes Projekt ist einzigartig. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung ist ein breites und flexibles Spektrum an Digitalisierungslösungen, Adaptern und intelligenten Funktionen, die beispielsweise Entscheidungen automatisieren oder Menschen in digitale Prozesse einbinden. Unsere Versicherungskunden schätzen sowohl maßgeschneiderte Lösungen als auch vorgefertigte Digitalisierungsmodule für branchenspezifische Arbeitsabläufe, die sie problemlos in bestehende Prozesse integrieren können. Achtzig Prozent der zu automatisierenden Funktionen werden sofort aus der Cloud bereitgestellt; nur 20 Prozent müssen an individuelle Anforderungen angepasst werden. Das spart Entwicklungsaufwand, reduziert den Arbeitsaufwand und senkt die Kosten.

Können Sie uns konkrete Beispiele für vorgefertigte Digitalisierungsmodule in der Versicherungsbranche nennen?

Ja, zum Beispiel die Bereitstellung von BiPRO und GDV Cloud-Diensten über das Insurance Gateway, um Versicherer und Vertriebspartner auf einer einzigen Plattform zu vernetzen. Oder im Schadenmanagement können Versicherer bereits über das Insurance Gateway Informationen mit über 70 Schadenbearbeitungsdienstleistern austauschen. Ein weiteres Beispiel ist das Schadenportal, das die Bearbeitung von Aufträgen an Dienstleister automatisiert. Neben beschleunigten Prozessen ermöglichen diese Lösungen den Mitarbeitern jederzeit den Zugriff auf alle notwendigen Informationen, wie beispielsweise Gutachten, Begutachtungsberichte, Bilder, Auftragsdaten, Kostenvoranschläge und Rechnungen.

Mit einem einzigen Klick können sie auf bestimmte Berichte zugreifen und so den Überblick behalten. Ein weiterer Trend ist der „Kunden-Self-Service“, der es Versicherungsnehmern und Anspruchstellern ermöglicht, rund um die Uhr über eine App, ein Webportal oder einen Chat in den Schadenbearbeitungsprozess eingebunden zu werden. Auf diese Weise können Unternehmen ihren Kundenservice verbessern und den gesamten Service-Lebenszyklus überwachen, testen und verwalten – und das alles auf einer benutzerfreundlichen Low-Code- und No-Code-Plattform.

Was genau ist eine Low-Code-Plattform?

Referent Maik Müller


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„Low-Code“ und „No-Code“ bedeuten, dass wir die Komplexität von Arbeitsabläufen bei Versicherungsunternehmen so weit reduzieren, dass beispielsweise ein erfahrener Schadensregulierer aus einer Fachabteilung digitale Geschäftsprozesse ohne Programmieraufwand modellieren kann. Diese Methode erleichtert es zudem, Technologien wie künstliche Intelligenz oder Themen wie Big Data in Prozesse zu integrieren, Daten zu erfassen und zu analysieren sowie diese auf einer grafischen Oberfläche darzustellen – beispielsweise in Form von Diagrammen – oder Geschäftsprozesse zu überwachen . Während der Mitarbeiter an einer benutzerfreundlichen, grafischen Oberfläche arbeitet, laufen im Hintergrund leistungsstarke, automatisierte Prozesse nahtlos ab. Auch intelligente Webanwendungen und Formulare lassen sich ganz ohne Programmierung erstellen. Unternehmen sparen so die Kosten für externe Spezialisten und behalten das Fachwissen im eigenen Haus. Auf unserer Low-Code-Digitalisierungsplattform, dem X4 BPMS, vereinen wir all diese Komponenten und Funktionen, die ein Unternehmen für eine umfassende Digitalisierung benötigt.

Immer wieder fordern nicht nur Ingenieure, sondern auch Vertreter aus Wirtschaft und Politik eine „umfassende Digitalisierung“ – handelt es sich dabei nur um Schlagworte, oder was steckt dahinter?

Was die Bundesregierung sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene fordert, ist auch für Unternehmen wünschenswert. Ein typisches Gegenbeispiel zur umfassenden Digitalisierung ist die Zersplitterung der IT-Landschaften mit isolierten Informationssilos, die im Laufe der Jahre willkürlich gewachsen sind. Diese verlangsamen Prozesse, sind fehleranfällig und stellen einen klaren Nachteil gegenüber Wettbewerbern dar, der möglicherweise über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Mit 20 Jahren Marktpräsenz und Erfahrung in der Versicherungsbranche sind wir mit den Herausforderungen und kritischen Punkten bestens vertraut. Im Einklang mit den sich wandelnden Anforderungen haben wir nicht nur unsere Digitalisierungsplattform angepasst und kontinuierlich weiterentwickelt, sondern auch alle Bereiche etabliert und ausgebaut, die ein Unternehmen für eine umfassende und erfolgreiche Digitalisierung benötigt. Dazu gehören eine breite Palette an Adaptern für verschiedene Schnittstellen, unser eigenes ISO-zertifiziertes Rechenzentrum, Cloud- und Hybrid-Cloud-Lösungen sowie unsere eigene Akademie als Kompetenzzentrum für die berufliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter und Kunden. Wir haben die „10 Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Digitalisierung“ in einer übersichtlichen Broschüre zusammengefasst, die Interessierte kostenlos bei uns anfordern können.

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